Warum nicht siebenzügig? NRZ vom 07.04.2014

tn_IMG_7464FDP Rheinberg diskutierte mit der Landtagsabgeordneten
Yvonne Gebauer unter anderem über die Europaschule

 
Die Schulsituation in NRW im Allgemeinen und in Rheinberg mit seiner einzigartigen Koexistenz diverser Schulformen speziell stand im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde, zu der der Ortsverband der Rheinberger FDP Interessierte in die Gaststätte „Zur alten Apotheke“ geladen hatte. Als Gast war die schulpolitische Sprecherin der FDP Landtagsfraktion, Yvonne Gebauer, aus Köln angereist.

Aktuell herrsche auf Seiten der Eltern laut Rainer Mull eine hohe Unsicherheit darüber, was die Anmeldepraxis zur Europaschule betreffe. „Die Anmeldezahlen sind deutlich höher als die Kapazität der Schule. Das führt dazu, dass selbst Rheinberger Schüler nicht angenommen werden“, beklagte der Vorsitzende des Ortsverbandes. Dazu Yvonne Gebauer: „Wenn die Räumlichkeiten es zulassen, kann temporär anstelle der Sechszügigkeit auch eine siebte Eingangsklasse genehmigt werden.“ Die Landespolitik gebe lediglich die Rahmenbedingungen vor, die Schulplanung vor Ort entscheide letztendlich die Kommune. Die aber stellt sich nach Ansicht des FDP-Fraktionsvorsitzenden Herbert Becker quer: „Es gibt einen Ratsbeschluss, der besagt, dass an der Sechszügigkeit festgehalten werden soll.“

Sorge um Gymnasien

Yvonne Gebauer kann das nicht nachvollziehen, da der Schulentwicklungsplan zwar für die beiden kommenden Jahre noch steigende Schülerzahlen prognostiziert, diese aber ab dann rückläufig sein würden. Alarmierend sei die Situation für die Gymnasien. „Die Landesregierung versucht, mit ihrer Salamitaktik die Gymnasien langsam auszuhöhlen“, so die liberale Landtagsabgeordnete. Die Zahl der Eingangsklassen werde reduziert und freie Lehrerstellen nicht besetzt. Hinzu kommt nach Ansicht eines Besuchers: „Mein Sohn sollte eigentlich zum Rheinberger Gymnasium wechseln. Aber ein Lehrer sagte uns klipp und klar, dass er damit rechnen muss, in einigen Jahren Leistungskurse in Moers oder Xanten besuchen zu müssen.“

Ein anderer Gast war der Überzeugung, dass die hohen Anmeldezahlen der Europaschule ein hausgemachtes Problem sind: „Uns wurde dort gesagt: Denken sie daran, wenn sie ihr Kind zum Gymnasium anmelden, kann es nicht mehr zur Europaschule wechseln. Klar, dass alle ihre Kinder dort anmelden.“

von Erwin Kohl

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