Teure Erweiterung des Schulzentrums RP vom 30.10.2014

EuropaschuleDie Stadt Rheinberg kalkuliert mit 14,2 Millionen Euro. Das Düsseldorfer Architekturbüro Parade präsentiert dem Bau- und Schulausschuss heute die Pläne inklusive des Raumkonzepts. Fraktionen wollen ausufernde Kosten vermeiden.

 

Die Erweiterung des Rheinberger Schulzentrums dürfte eines der teuersten Vorhaben seit dem Bau des Stadthauses Anfang der achtziger Jahre werden. Die ersten Zahlen liegen auf dem Tisch und werden heute in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Planungs- sowie Schulausschuss (siehe „Info“) beraten. Das beauftragte Architekturbüro Parade aus Düsseldorf wird die Pläne inklusive des Raumprogramms vorstellen.

Das Schulzentrum an der Dr.-Aloys-Wittrup-Straße braucht Platz. Denn die Gemeinschaftsschule („Europaschule“) erreicht 2017 die gymnasiale Oberstufe. Das bedeutet: Deutlich mehr Schüler besuchen dann die Schule und brauchen Platz. Und das kostet: 14,2 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Zur Erinnerung: Die Stadt Rheinberg befindet sich im Haushaltssicherungskonzept.

Für die CDU-Fraktion ist das ein Unding. „Wir sind bisher von anderen Voraussetzungen ausgegangen“, monierte gestern Fraktionsvorsitzender Ulrich Hecker. „Wir fragen uns: Soll da ein Palast gebaut werden? Und: Sind das nur die Kosten für den ersten Bauabschnitt?“ Bleibe es bei den Zahlen, bedeutete das für die Stadt jährlich zusätzlich 800 000 Euro für die Tilgung, die Betriebskosten noch gar nicht berücksichtigt. Die CDU sei dafür, eine Schule zu bauen, die sie sich auch leisten kann, sagt Hecker und spricht einen anderen Punkt an: „Bei der Europaschule handelt es sich um einen Schulversuch. Was passiert, wenn – was wir nicht hoffen – dieser Versuch scheitert?“ Ähnlich Fragen beschäftigen die SPD-Fraktion. „Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass wir im Haushaltssicherungskonzept stecken“, sagte Fraktionsvorsitzender Jürgen Madry. „Auf der anderen Seite haben wir nun einmal gesagt, dass wir die Schule haben wollen. Und dann müssen wir auch schauen, wie wir das Projekt gestemmt kriegen.“ Schließlich sei die Gemeinschaftsschule ein im Land einmaliges Vorzeigeprojekt.

Von Uwe Plien

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