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Endlich zu Potte kommen

Der Rat muss entscheiden, wie die Innenstadtsanierung ablaufen soll. Die Stadt schlägt Einsparmöglichkeiten vor - Lösungen, die viele Politiker als halbherzig ansehen. Veränderungen gibt’s bei der Kanalsanierung ab.

VON UWE PLIEN

Rheinberg Wie nun die lang diskutierte Rheinberger Innenstadtsanierung vonstatten geht - diese Entscheidung soll der Rat in seiner nächsten Sitzung fällen. Der Bau- und Planungsausschuss jedenfalls sprach keine Empfehlung aus und verwies den Tagesordnungspunkt 7 nach ausgiebiger Diskussion.

Die von der Verwaltung vorgelegte Unterlage dazu bewerteten die Politiker mit einiger Skepsis. Denn die Stadt hatte vorgeschlagen, eine Ausführungsplanung für die „Vertiefung“ neben dem Alten Rathaus in Auftrag zu geben; dabei soll der Platz u.a. um drei Stufen angehoben werden. Dann soll konkretisiert werden, wie die Sanierung von Holz- und Fischmarkt bzw. Orsoyer Straße und Rheinstraße zu erfolgen habe, und unterdessen solle u.a. der Bau des Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße (Walleinfahrten) und ebenso der Umbau des Erdgeschosses des Alten Rathauses zu einer Restauration zurückgestellt werden. Aus Kostengründen.

Da sei ja nichts mehr von dem übrig, „was wir vier Jahre geplant haben“, mokierte sich Klaus Lorenz (SPD) im Ausschuss. Die SPD wolle aber endlich „Butter bei die Fische“. Lorenz: „In der Innenstadt ist seit 50 Jahren nichts Grundlegendes gemacht worden. Jetzt sollte uns eine strategische Stadtentwicklung zwei Millionen Euro wert sein.“ Markus Geßmann (CDU) dachte an die Bürger: „Die Leute wollen endlich wissen, was wird gemacht. Und wann“, sagte er. Die CDU wolle auch Rhein- und Orsoyer Straße mit den Eingangspunkten sofort machen.

Für Jürgen Bartsch (Grüne) war entscheidend, dass sich inzwischen eine Veränderung herausgestellt hat: Für einen Teil der Kanalsanierung muss die Straße nicht aufgemacht werden, Holz- und Fischmarkt können nun auch im so genannten Inliner-Verfahren repariert werden. Auch lässt sich die Baustelle so bewerkstelligen, dass der Verkehr einspurig laufen kann. Nicht in Frage kommt für Bartsch, auf die Umgestaltung der Bahnhofstaße zu verzichten: „Wir wollen ja, dass der Verkehr aus der Innenstadt rausgenommen wird.“ Für die FDP sagte Norbert Nienhaus: „Wir müssen langsam zu Potte kommen.“ Wenn man alle Kosten herunterrechne, dann komme man nicht mehr auf Gesamtkosten von 5,6 Millionen, sondern nur noch auf 2,53 MillionenEuro. Und das müsse doch wohl zu machen sein.

Dezernent Dieter Paus wies im Bauausschuss darauf hin, dass die Baumaßnahme zwischen Innenwall und Innenwall zwar nicht in sechs Wochen zu schaffen sei, aber wohl auch nicht zweieinhalb Jahre brauche: „Wir haben wechselnde Baustellen, die immer weiter ziehen.“


Hier ist Sparen nicht angebracht

Sparen ist gut und richtig. Wenn der Rat bald über die seit Jahren diskutierte Innenstadtsanierung entscheidet, ist er allerdings gut beraten, sich für eine vollständige, wenn auch kostenintensive Maßnahme zu entscheiden. Die Rheinberger City muss endlich ein einheitliches Gesicht bekommen. Hier hat man sich schon viel zu lange mit halbherzigen Lösungen abgegeben. Ganz davon abgesehen, dass man sich fragen könnte: Wozu war dann die ganze Planung nötig?

So soll’s gehen

Die derzeitige Planung der Stadt sieht vor, im nächsten Frühjahr den Platz neben dem Alten Rathaus umzugestalten.

Im Herbst 2010 soll mit der Kanalsanierung in der Nord-Süd-Achse begonnen werden.

Mit der Umgestaltung der Nord-Süd-Achse geht es dann im Jahre 2011 los.

Durch „wandernde“ Baustelle ist es dann nicht erforderlich, die gesamte Strecke vom Hotel Rheintor bis ehemals Café Püttmann zu sperren. Es wird in Abschnitten gearbeitet.