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Wunsch nach mehr Klarheit


Rheinberg (RP) Volles Haus gestern Abend bei "Pio": In der Arbeitskreissitzung des Rheinberger Stadtmarketings stand die geplante Innenstadt-Sanierung im Mittelpunkt. Fragen über Fragen: Wann geht es los? Und wie ist der Ablauf?

Ziemlich verzwickt: Die Rheinberger wissen, dass die Innenstadt komplett umgekrempelt wird – aber sie haben keine Ahnung, wann das sein, wie das vonstatten gehen und wie lange die Innenstadt eine Großbaustelle sein wird und wie die potenziellen Kunden der Geschäftsleute darauf reagieren werden. Rheinstraße, Orsoyer Straße, Marktplatzgestaltung, Kanalbau, immer mehr Geschäftsleerstände – es gibt tausend Fragen und kaum Antworten. So sind vor allem die Einzelhändler verunsichert.

Nicht zuletzt die Zeitungsberichte der vergangenen Tage über die Situation in der Innenstadt haben die Diskussion neu angeheizt. Das Stadtmarketing griff das Thema gestern Abend in seiner Arbeitskreis-Sitzung auf. Mit großem Erfolg: Im Saal bei "Pio" (Gaststätte "Bit im Ratskeller") blieb kein Stuhl frei, mehr als 50 Zuhörer hörten zu oder diskutierten mit.

Baustellenmanagement

Zunächst stellte Heike Benecke als Referentin der IHK in Duisburg eine Sache vor, von der viele noch nie gehört hatten: Baustellenmanagement. "Ich möchte nichts beschönigen", räumte die Referentin ein. "Baustellen sind immer ein Problem. Immer wenn größere Baumaßnahmen anstehen, gibt es große Verunsicherung. Meistens, weil es zu wenig Informationen gibt." Sie empfahl u.a. einen "Kümmerer", einen Ansprechpartner, zu benennen. Benecke zeigte beispielhaft, wie man anderswo mit Baustellen umgegangen ist, welche Events sich als wirksame Mittel gegen Baustellenfrust erwiesen haben: ein Tag des offenen U- Bahn-Schachts in Bochum, ein von Studenten geschaffenes Passanten-Leitsystem in Leipzig, ein Baustellenkonzert in Hamburg. Das Motto ihres Vortrags: "Von der Baustelle zur Schaustelle".

Ein konkreter Ablaufplan?

Alles schön und gut, aber keine Antwort auf den "Fall" Rheinberg, fanden viele im Saal. Hier wollte etwa Hermann Goebel wissen, ob es bereits einen konkreten Ablaufplan gebe; Klaus Neumann warb für ein Investoren freundliches Klima: "Die Kaufkraft ist in Rheinberg in überdurchschnittlichem Maße da." Stadtmarketing-Sprecherin Edeltraud Hackstein regte einheitliche Kernöffnungszeiten der Läden an und wies auf den "schönen Wochenmarkt" hin. Franz Brauer zeigte Richtung Moerser Straße in Lintfort als gelungenes Beispiel der Innenstadtplanung und Horst Rabe erinnerte u.a. an den Stadtentwicklungsplan 2030 mit detaillierten Forderungen: "Da werden wir als Bürger darauf achten, dass die auch umgesetzt werden."

Ulrike Brechwald hob hervor, dass nicht Politik, Verwaltung, Bürger und Einzelhändler gegeneinander kämpfen sollten. "Lasst uns miteinander, ohne Schuldzuweisungen antreten." Wie sie sieht Dette Ecker die Baustelle als Chance für die Stadt. Seine Auffassung: "Wann immer der Umbau beginnt – lasst uns heute schon damit anfangen, uns darauf vorzubereiten."


  
RP 28.10.2009 UWE PLIEN