Kamp-Lintfort. Matthias Gütges kandidiert wieder für den Fraktionsvorsitz. Am morgigen Donnerstag soll der Vorstand der CDU-Ratsmannschaft, die künftig mit elf Plätzen Vorlieb nehmen muss, gewählt werden. Für die Arbeit in den kommenden fünf Jahren hat Gütges ein Konzept erarbeitet.
„Es wird dann auch zu einer anderen Arbeitsverteilung kommen”, verrät er. Dabei weiß der dominante Fraktionschef, dass er sich dazu ein Stück zurücknehmen muss, was ihm gewiss nicht leicht fallen dürfte.
Koalitionen hat er nicht im Sinn. Vielmehr strebt Matthias Gütges „strategische Partnerschaften” an. „Dazu habe ich schon viele Vorgespräche geführt und die Bereitschaft abgeklopft.” Der CDU-Mann verweist auf das Beispiel Moers, wo schon seit Jahren die SPD mit Grünen und FDP kooperiert.
Gespräche auf Augenhöhe
„Sehr zu meinem Erstaunen hat es dort funktioniert.” Etwas Ähnliches stellt sich der rührige Unternehmer für Kamp-Lintfort vor. Er stellt klar, dass alle Parteien und Wählervereinigungen außer den Linken potenzielle Gesprächspartner seien. In der kommenden Woche möchte die CDU konkrete Verhandlungen aufnehmen. „Diese Verhandlungen müssen auf Augenhöhe erfolgen”, unterstreicht Matthias Gütges. Zugleich macht er deutlich, dass es auch mit der SPD, die bei der jüngsten Kommunalwahl die absolute Mehrheit zurückerobern konnte, Verabredungen geben könne.
Intensivere Zusammenarbeit
Große Vorteile verspricht sich die CDU von den strategischen Partnerschaften im Hinblick auf die Sitzverteilung in den Fachausschüssen, Beiräten und Aufsichtsräten, die am 3. November in der konstituierenden Sitzung des Rates festgelegt werden soll. Im Verbund mit anderen Parteien oder Vereinigungen könne dann aus der Position einer relativen Stärke mitgeredet werden. Matthias Gütges: „Auch ansonsten streben wir eine intensivere Zusammenarbeit mit anderen Ratsgruppen an.”
Da Siegfried Schrempf das Ratsmandat nicht annehmen möchte (siehe Bericht oben), rückt Wolfgang Holzgräfe über die Liste nach. Der Vorsitzende der DJK Kamp-Lintfort hat bereits Erfahrungen in der Ausschussarbeit gesammelt. Er war in der noch laufenden Legislaturperiode sportpolitischer Sprecher der CDU im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport.