Politik ist gegenüber „Mitfahrerbank“ zurückhaltend RP 06.05.2017

Rheinberg will erst die Erfahrungen in Alpen abwarten und nach der Sommerpause konkrete Vorschläge beraten.

So schnell steigen die die Rheinberger noch nicht auf den in der Region – wie man hört – erfolgreich angefahrenen Zug mit dem schönen Namen „Mitfahrerbank“ auf. Der Ausschuss für Stadtentwicklung teilte mit Mehrheit die Auffassung der Verwaltung, die Erfahrungen in Alpen, wo die Anhalterbank erst wenige Wochen alt ist, noch abzuwarten und zu einer fundierteren Einschätzung zu kommen, ob der Nutzen die möglichen Risiken übersteigt.

Die von FDP und Grünen – „das erste gemeinsame Projekt“ – beantragte Mitfahrerbank funktioniert bekanntlich nach dem einfachen Anhalterprinzip. Wer sich drauf setzt, signalisiert vorbeifahrenden Autofahrern, dass er gerne mitgenommen werden möchte. So ein niederschwelliges Angebot soll die Nahmobilität vornehmlich im ländlichen Raum verbessern und wäre so eine Ergänzung zum Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs.

Da sei Rheinberg „recht gut aufgestellt“, hieß es im Ausschuss. Somit sei der Handlungsdruck nicht sonderlich hoch. Beigeordneter Dieter Paus sieht vornehmlich Bedarf in dörflich strukturierten Ortsteilen Eversael, Wallach, Alpsray oder Winterswick.

Aber konkrete Entscheidungen sollen frühestens nach der politischen Sommerpause fallen. Zeit genug, um eventuell erforderliches Geld in dem Hauhalt für das nächste Jahr bereitzustellen.

Grundsätzlich trifft die im Land um sich greifende Idee auch in der Politik im Stadthaus durchaus auf eine gewisse Sympathie. Dennoch war im Ausschuss vor allem in Reihen der CDU die „Sorge“ greifbar, dass die Bank junge Leute möglicherweise verleite, sich in eine brisante Lage zu begeben. So stand am Ende der Wunsch an die Verwaltung nicht nur, die Erfahrungsberichte aus Alpen – der dortige FDP-Parteichef Thomas Hommen folgte der Debatte, hören wollten ihn die Rheinberger aber nicht – und Schaephysen einzuholen, sondern auch die Seite der Sicherheit eingehend zu beleuchten, ehe man im Herbst zu einer Entscheidung komme.

Auch die Frage der Finanzierung der Bänke soll bis dahin möglichst geklärt sein.
Von Bernfried Paus

 

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