Keine Stundenkürzung für die Gleichstellungsbeauftragte in Rheinberg NRZ vom 19.03.2015

Diana-Schrader-Gleichstellungsbeauftragte

 

 

 

 

 

 

FDP-Vertreter Ralf Vogel fand, dass die Gleichstellungsbeauftragte zu wenig tut und wollte ihr Stundenpensum kürzen. Das sorgte für Protest.

Diana Schrader blieb ganz ruhig. „Ich finde die Sitzung teilweise sehr lustig“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung am Dienstagabend in Personal- und Organisationsausschuss, als es um ihren Tätigkeitsbericht ging.

Anfänglich war alles noch in Ordnung. Dagmar Krause-Bartsch (Grüne) dankte Schrader für ihren Bericht – Ausschussroutine.
Dann kam Ralf Vogel

Doch dann kam Ralf Vogel, sachkundiger Bürger für die FDP und frischgewählter stellvertretender Parteivorsitzender in Rheinberg. Er stellte generell in Frage, ob es eine Gleichstellungsbeauftragte geben müsse, schließlich sei zum Beispiel angesichts des Frauenanteils in der Verwaltung eine Gleichstellung mehr als erreicht, vermisste in dem Bericht, dass sich Schrader auch um Männer kümmere, kritisierte, dass Schraders Arbeit eher einer Frauenberatung entspreche denn einer Gleichstellungsbeauftragten, die von Schrader aufgeführten Tätigkeiten gebe es alle schon durch andere Anbieter, für die Veranstaltungen (exemplarisch genannt waren internationale Frauentag, Frauentour, Selbstverteidigungskurse für Mütter und Töchter zusammen mit dem SV Concordia Ossenberg und Fraueninformationstag) brauche man keine eigens eingerichtete Position. Zusammengefasst: „Das ist mir zu wenig für eine Zwei-Drittel-Stelle.“ Er schlug vor, die Arbeitszeit in diesem Bereich auf die Hälfte zu kürzen.

Grünen-Ratsfrau Karin Wolk sorgte sarkastisch für Nachhilfe. „Herr Vogel kann vielleicht nicht wissen, dass die Stelle einer Gleichstellungsbeauftragten gesetzlich geregelt ist!“ Das Netzwerk der Gleichstellungsbeauftragten habe viel Positives gebracht. Manchmal sehe man die Arbeit, die geleistet werde, nicht so sehr. „Ich bin dagegen, dass eine Stelle, die keine Vollzeitstelle ist, auch noch gekürzt werden soll!“

Schrader selbst stellte klar, dass sie „für alle zuständig“ sei – und zwar nicht nur in der Stadtverwatung, sondern für das gesamte Stadtgebiet und damit auch für alle Unternehmen, die in Rheinberg ansässig seien. „Ich sehe meinen Schwerpunkt schon auf der Frauenförderung, aber auch Männer kommen zu mir in Sachen Gleichstellung.“ Dass die von ihr im Bericht aufgeführten „Veranstaltungen frauenlastig sind, ist der Sache geschuldet“. Aber sie biete auch Veranstaltungen für Männer an.

Im Gespräch mit der NRZ beschrieb Schrader als ihre wichtigsten Themen Gewalt gegen Frauen und Mädchen, den Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf und Mädchenarbeit. „Die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten in Rheinberg gibt es seit 24 Jahren. Seither hat sich jede Menge getan.“

So gebe es zum Beispiel in der Stadtverwaltung 40 Prozent weibliche Führungskräfte. Ohne Landesgleichstellungsgesetz, in dem auch die Beauftragte vorgesehen ist, wäre so etwas nicht passiert, ist sich Schrader sicher.

Wolfgang Krause

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