Hier gibt es nur Gewinner WAZ 25.11.2016

schulealpen

Foto: ERWIN POTTGIESSER

Rheinberger und Alpener Schulausschuss beschlossen gemeinsame Erklärung.

Vielleicht brachte es Herbert Becker, Ratsmitglied der Rheinberger FDP, gestern in der Bibliothek der Sekundarschule Alpen am besten auf den Punkt. „Es gibt nur Gewinner – Schüler, Eltern, Lehrer und beide Kommunen, Rheinberg wie Alpen. Das ist ein gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit.“ Denn die später gefasste gemeinsame Absichtserklärung, der Vorratsbeschluss, der dabei helfen soll, der Sekundarschule für den Fall der Fälle ein Jahr Eigenständigkeit zu sichern, wurde von beiden Schulausschüssen so gut wie einstimmig beschlossen. Nur Thomas Hommen stimmte dagegen. Der Alpener FDP-Fraktionschef wäre gerne „mutiger gewesen“, hätte sich eine Schule mit Teilstandorten gewünscht. Doch dieses Modell hatte die Bezirksregierung abgelehnt.

Eckpunkte der gemeinsamen Schulentwicklungsplanung sind: 1. Schaffung eines gemeinsamen Schulangebotes für den Fall, dass eine Weiterführung der Sekundarschule nicht möglich ist.
2. Umwandlung der Europaschule Rheinberg in eine Gesamtschule. 3. Bildung eines Zweckverbandes und Übertragung der Schulträgerschaft an den Zweckverband.
4. Festlegung auf einen Hauptstandort (Rheinberg) und einen Nebenstandort (Alpen).

Vertrauensbildender Prozess

Mit dieser Lösung könnte der Schulstandort in Alpen erhalten bleiben, was auch die Mitglieder der beiden Schulausschüsse so einschätzen. Denn es gab gestern Lob von allen Seiten für das gemeinsame, produktive und nachbarschaftliche Handeln. Eingangs sprach Alpens Bürgermeister Thomas Ahls als Gastgeber von einem „vertrauensbildenden Prozess“ im Miteinander beider Kommunen, der eine Erkenntnis gebracht habe: „Es besteht kein Bedarf für eine Fusion ohne Not, aber wenn es dazu kommen sollte, ist sie gut vorbereitet.“ Sein Rheinberger Pendant Frank Tatzel wollte den Vorratsbeschluss lieber als „Vertrauensbeschluss“ bezeichnen. „Für die Eltern, die ihre Kinder anmelden wollen, ist das ein sicheres Zeichen.“ Und wenn es zum „Worst Case“ käme, hätte man zumindest ein Jahr Ruhe.

Für Tilman Latzel, Leiter der Sekundarschule, ist es weiterhin „unverständlich, dass allein die Anmeldezahlen für die Jahrgangsstufe 5 ausschlaggebend für den Schulstandort sind.“ Aber mit dem Beschluss sei man auf dem richtigen Weg. Sein Kollege Norbert Giesen, Leiter der Europaschule, hob die gute Kooperation mit der Sekundarschule hervor. „Der Beschluss ist ein wichtiges Signal für Rheinberg und Alpen.“

Vor dem Infoabend hatten die Mitglieder des Rheinberger Schulausschusses die Sekundarschule besichtigt. Katharina Hötte (CDU) hatte eine „tolle Schule“ gesehen, die man so lange wie möglich erhalten müsse. „Der Beschluss ist ein ganz wichtiges Zeichen für die Eltern.“ Und auch die Alpener Politiker machten unisono Werbung in eigener Sache. Für Peter Nienhaus (Grüne) ist eine Schule vor Ort wichtig, „um auch Leben im Ort zu haben“. Und Jürgen Madry, Fraktionschef der Rheinberger SPD, fasste abschließend zusammen: „Wir haben mit der Absichtserklärung etwas Wunderbares erreicht, auf das die breite Masse hier stolz sein kann.“

Von: Christian Schyma

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