Ausgeploppt – Alkoholverbot in Rheinberger Turnhallen? WAZ 26.02.2016

RND-Symbolbild-Iserlohner-BierDas Bier nach dem Training gehört für manche Sportler dazu. In Rheinberg formiert sich dagegen Widerstand. Rat soll über Alkoholverbot entscheiden.

In den Turnhallen und Gymnastikräumen der Stadt soll in Zukunft ein striktes Alkoholverbot gelten. Diese Empfehlung sprach am Mittwoch der Sportausschuss mehrheitlich aus. CDU und SPD waren dafür, Grüne und FDP stimmten dagegen. Endgültig beschließen muss allerdings der Rat in seiner nächsten Sitzung.

Die Diskussion nahm grundsätzliche Formen an. „Es spricht nichts dagegen, nach dem Training eine Flasche Bier zu trinken“, sagte Peter Mokros (Grüne) – das sei natürlich im Beisein von Jugendlichen tabu. Aber „der Verkauf bei Turnieren ist ein Zubrot für die Vereine. Ein Verbot trifft diejenigen, die sich gut benehmen. Besser ist eine Strafe für die, die sich in den Umkleideräumen säuisch aufführen“.

Alkohol hat laut SPD-Politiker in Sporthallen nichts zu suchen

Michael von Parzotka-Lipinski (SPD) war für ein Verbot. „Alkohol hat in Sporthallen nichts zu suchen, genauso wie Nikotin.“ Wie das bei den Stadtmeisterschaften gehandhabt werden soll, müsse noch geklärt werden, aber in normalen Turnhallen müsse Alkohol verboten werden. Markus Krause (CDU) schloss sich dieser Haltung an.

Bürgermeister Frank Tatzel dagegen stellte sich auf die andere Seite. „Ich bin gegen ein Verbot. Die Vereine haben sich eigens Kühlschränke angeschafft.“ Und die Einnahmen aus dem Verkauf gingen in der Regel in die Jugendkasse. Das könnte bei einem Verbot zum Problem werden. Dietmar Heyde (Grüne) bezog eine moderate Position. „Verbote sind so eine Sache.“ Er plädierte dafür, lieber „präventiv unterwegs zu sein. Die Verantwortlichkeit liegt bei den Gruppenleitern“.

„Sport und Alkohol passen nicht zusammen“

Burghard Kretschmer, Geschäftsführer des Stadtsportverbands, befürwortete das Verbot. „Wir wissen, dass einige Vereine etwas anbieten. Aber Sport und Alkohol passen von der Außenwirkung her nicht zusammen.“ Er hielt das Alkoholverbot für in Ordnung.

In der zu ändernden Benutzungsordnung für die Turnhallen und Gymnastikräume soll auch ein Verbot aufgenommen werden, dass Kinder ab neun Jahre dort kein Fußball mehr spielen dürfen. Davon soll die Großraumturnhalle allerdings ausgenommen werden. Hintergrund ist eine mögliche Beschädigung der Hallen, die der Fachbereich Immobilienwirtschaft befürchtet.

Ausschussmitglieder brauchen mehr Informationen

Hier gab es kein geteiltes Meinungsbild, alle Redner sprachen sich gegen das Verbot aus. Vielmehr sollten die Verursacher von Schäden haftbar gemacht, die Aufsichtspflicht ausgeübt, das Instrument der Hallenbücher, in die Beschädigungen einzutragen sind, genutzt und vor allen Dingen auch besser kontrolliert werden.

Eine Abstimmung fand allerdings nicht statt. Die Ausschussmitglieder baten noch um mehr Information, bevor sie zu diesem Thema einen Beschluss fassen wollen.

Wolfgang Krause

 

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